FREQUENTLY ASKED QUESTIONS

FAQs
IAS

Hier findest du eine Übersicht über Fragen rund um das IAS

AIRBAGS UND LAWINEN

Das Funktionsprinzip basiert auf einem Entmischungsprozess der in einer Lawine stattfindet. Die im Verhältnis kleineren Teile wandern nach unten, wobei sich die größeren, voluminöseren Teile nach oben bewegen. Dieses Sortierungsprinzip wird als inverse Segregation bezeichnet. Nach diesem Prinzip wird das Volumen einer Person mit Hilfe eines Airbags in so großer Weise erhöht, dass ein Absinken unter die Schneedecke verhindert werden soll.

Wie eine Studie des renommierten Schweizer Lawinen Forschungsinstituts SLF herausgefunden hat, besteht für Sportler die einen Airbag mit sich führen und von einer Lawine erfasst werden immer noch einen erhebliches Risiko verschüttet zu werden. In den Fällen, in denen ein Airbag ausgelöst werden konnte, besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Person trotz entfaltetem Auftriebskörper teilweise oder ganz verschüttet wird. Trotz Airbag kommt es insgesamt bei 60 % zu einer Verschüttung. Quelle: Tschirky et al., Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (2000)

Der Nachteil von Lawinen-Airbags liegt in Lawinenstaubereichen. Befindet sich eine Person in der Auslaufzone einer Lawine, am Hangfuß oder einer Mulde, kommt das Prinzip nicht zum Tragen, da der Entmischungsprozess nur in fließenden Massen stattfindet. Wird ein Fahrer in diesen Staubereichen von einer Lawine erfasst, hat das einen völligen Verlust der Schutzwirkung zur Folge. Des Weiteren ist bei Nachlawinen zu beobachten, dass durch das Nachfließen von Schneemassen ebenfalls ein Verlust der Auftriebsfunktion stattfindet.

Es besteht nur bei schneller Rettung, oder lebensverlängernden Maßnahmen unterhalb der Schneedecke eine realistische Überlebenschance. Da die durchschnittliche Bergung mittels LVS über der kritischen Phase von 18 Minuten liegt, braucht der Verschüttete zwingend eine Möglichkeit in der Lawine zu atmen und damit die Überlebensdauer zu erhöhen.

Leider liegt die durchschnittliche Bergungszeit mittels Lawinenpiepser (LVS) deutlich über der kritischen Zeitphase und beträgt mindestens 20 Minuten. Werden mehrere Personen verschüttet verlängert sich die Rettungszeit signifikant. Ohne LVS bestehen generell sehr schlechte Chancen für eine rechtzeitige Bergung.

Wie eine umfassende Studie im Jahr 2014 feststellte ist die Reduktion des Risikos durch herkömmliche Lawinenairbags „kleiner als bis dahin angenommen“. Mit herkömmlichen Airbags sterben leider immer noch 13 von 100 Personen die von einer Lawine erfasst werden (Haegeli et al. in Bergundsteigen, 3/2014).

Bei einer vollständigen Verschüttung hängen die Überlebenschancen, in Abhängigkeit der Verschüttungstiefe, in erster Linie von der Bergungszeit ab. Findet die Rettung in den ersten 18 Minuten statt, besteht eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 91%. Nach diesem Zeitraum nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit extrem schnell ab, führt zu einem drastischen Abfall der Überlebenskurve und in den meisten Fällen zum Ersticken des Verschütteten.

INTEGRATED AVALANCHE SYSTEM

Das Integrated Avalanche System ist eine simple und dennoch revolutionäre Innovation, die mit nur einem einzigen Griff aktiviert und ausgelöst wird. Das IAS kombiniert einen Lawinenairbag mit einem innovativen Atemsystem, das es ermöglicht im Falle einer Verschüttung unter Schnee zu atmen und so die Überlebenschancen deutlich zu erhöhen. Das Herz des Atemsystems ist zugleich der Auslösegriff des Lawinenairbags, der beide Systeme gleichzeitig aktiviert. Bei der Auslösung wird der Griff, in dem das Mundstück integriert, ist vom Schulterträger getrennt und zum Mund geführt. Dank der gleichzeitigen Aktivierung, kann auf zwei lebensrettende Systeme innerhalb von Sekunden zugegriffen werden.

Das Atemsystem verfolgt das Ziel, die Überlebenszeit eines Lawinenopfers durch die Trennung von Ein- und Ausatemluft zu verlängern. Die Gefahr bei einer Verschüttung stellt nicht der Mangel an Sauerstoff, sondern das Wiedereinatmen des Kohlenstoffdioxids in einer Lawine dar. Selbst der Schnee einer dichten Nassschneelawine enthält mindestens 50% Luft. Deshalb macht sich das System die in jeder Lawine ausreichend enthaltene Luft zunutze und stellt sicher, dass der Verschüttete das CO2 nicht wieder einatmet. Die Luft wird durch spezielle Lamellen und einen plasmabeschichteten Filter am Griff aus dem Schnee angesaugt. Das ausgeatmete CO2 wird durch ein Ventilsystem getrennt und an der Rückseite des Rucksacks abgeleitet. Dadurch wird eine Überlebenszeit von bis zu 60 Minuten ermöglicht.

Ein Handgriff – zwei lebensrettende Systeme. Als weltweit erstes integrales Lawinenrettungs-System wirkt das IAS mittels Airbageinheit der eigentlichen Verschüttung entgegen und umfasst mit der Atemfunktion ein Rettungssystem welches ermöglicht über die kritische 18 Minuten-Grenze unter den Schneemassen zu überleben – und das mit nur einem Handgriff. Durch die simultane Auslösung der Rettungssysteme ist das IAS das weltweit einzige System, welches es dem Nutzer ermöglicht zwei Rettungssysteme simultan zu aktivieren. Trotz des zusätzlichen Sicherheitsplus durch die Atemeinheit erhöht sich das Gewicht nur minimal. Die kombinierte Anwendung der IAS-Module kann eine Fehlfunktion des Airbags kompensieren und hält damit die Schutzfunktion aufrecht. Die ergonomisch optimierte Design und spezielle Grippflächen am Auslösegriff gewährleisten die höchstmögliche Auslösesicherheit.

  • Ultraleicht. Gewicht Auslösegriff/Atemeinheit inkl. Atemschlauch 150 g
  • Wissenschaftlich bestätigte Atemdauer unter Schnee von über 60 min
  • Plasma-beschichteter High-End Atemfilter
  • Ergonomisches Design und Grip-Flächen für höchste Auslösesicherheit
  • Anatomisches Mundstück mit integriertem Gaumensegel für maximale Bisskraftübertragung
  • Maximale Distanz zwischen Luftzufuhr und Luftabfuhr
  • Ausgeatmete Luft wird vollkommen abgeführt [durch unmittelbare Trennung der Atemluft im Auslösegriff]
  • Volle Funktion auch bei flacher Atmung
  • Anti-Freeze Ventile
  • Neopren-ummantelter Atemschlauch für unbeeinträchtigten Tragekomfort und Kälteisolierung
  • Single-System Use für lange Touren [Atemsystem kann auch ohne Airbag verwendet werden]
  • Aktivierung für Rechts- und Linkshänder (Bowdenzug und Mundstück individuell einstellbar)
  • Für Übungszwecke auch ohne Kartusche beliebig oft auslösbar

In dem sehr kurzen Zeitfenster zwischen Lawinenabgang und Erfassung eines Opfers durch die Lawine stellt die Verbindung von Auslösegriff und Atemversorgung in einer Einheit die einzig realistische Möglichkeit dar, zwei verschiedene Rettungsmodule zu aktivieren.

Das Mundstück wurde entwickelt um hohen Beanspruchungen Stand zu halten und höchste Sicherheitsansprüche zu gewährleisten. Durch das anatomische Design kann die Bisskraft voll auf das Mundstück übertragen werden. Dabei kommen speziell geformte „Gaumensegel“ zum Einsatz, die dazu beitragen, dass das Mundstück sicher im Mund behalten werden kann.

Atemsysteme für Lawinen haben nachweislich bereits vielen Leuten das Leben gerettet. Voraussetzung ist ein intuitiver Bewegungsablauf. Die Auslösebewegung und Zuführung zum Mund muss deshalb geübt werden. Das System kann ohne Kartuschen beliebig oft mit derselben haptischen Wirkung einer „echten Auslösung“ aktiviert werden. Übe also ausreichend oft bevor du dich ins Backcountry aufmachst.

Das Atemsystem selbst wiegt nur 150 Gramm und damit nur minimal mehr als die leichtesten Airbagsysteme. Das gesamte IAS bestehend aus Airbag und Atemsystem wiegt nur 840 Gramm und ist damit eines der leichtesten Rettungssysteme auf dem Markt – mit einem starken Plus an Sicherheit von zwei lebensrettenden Systemen.

Ja. Wir haben 3 Jahre entwickelt um das höchstmögliche Maß an Sicherheit sicherzustellen. Das System wird von den unabhängigen Prüfstellen TÜV-Süd und Dekra Exam geprüft und ist nach den strengsten Sicherheitsnormen zertifiziert.

Nein. Die Standardausrüstung gehört in den Rucksack aller Menschen, die im Backcountry unterwegs sind.